|
Titel: Hippo-logisch !
Autor: Sascha Brückner (Hrsg.)
Verlag: Fn-Verlag
Erscheinungsjahr: 2005
ISBN: 3-88542-459-2
Seitenzahl: 336
Preis: 29,80 €
Eine Festschrift hat Sascha Brückner mit seinem Buch Hippo-logisch herausgebracht. Eine Festschrift deshalb, weil er zum einen – ganz ähnlich einer Juristischen Festschrift – namhafte Autoren gewinnen konnte, sich nachhaltig mit dem Thema Pferd auseinander zu setzen, zum anderen weil die Lektüre seines Buches, zumindest teilweise, ein Fest ist.
Brückner reicht zunächst die Hors d´oeuvre – kurze 6 Seiten Beiträge, die Appetit auf mehr machen. Diese Kleinigkeiten verfasst er großteils selbst, holt sich an einer Stelle aber Hilfe von Prof. Dr. Onno Poppinga, einem ausgewiesenen Fachmann in Sache Pferdehaltung.
Als kaum kleinere Leckerbissen entpuppen sich die Hauptgänge: Vier Themenkreise, die mit Aufsätzen angereichert werden. Dabei geht es um „Pferde und Recht“, dann hinterfragen Experten „Reitsport-Reitlehre-Reitkunst kritisch“, des weiteren kredenzt Brückner die „Pferde- und Veterinärmedizin im Wandel der Zeit“, um schließlich mit dem „hypologisch Sachverständigenwesen das Finale einzuläuten“.
Brückners Buch besticht nicht unbedingt durch seine brillanten Artikel mit immensem wissenschaftlichen Fundament – das wäre dem Buch nicht angemessen gewesen und war auch nicht dessen Anspruch. Vielmehr ist sein Werk wohltuend solide und bodenständig.
Denn stets, obgleich seine Autoren kompetent und vielseitig schreiben, verliert er nie den Bezug zur Praxis und wichtiger – zum fachkundigen Laien. Leicht und angenehm kommt daher, dass Brückners Experten die Beiträge nie überfrachten und den Leser dadurch überfordern.
Aus dem guten Buch stechen die Artikel zur Behandlung „aktueller Fragen der Haftung bei Schadensersatzansprüchen“ oder der „Taxaktion von Pferden“ hervor, ebenfalls lesenswert sind die „Entwicklungen in der Pferdechirurgie“ und der Beitrag über die „sachgerechte und pferdegemäße Ausbildung junger Pferde unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten“.
Kleine Abstriche muss der Herausgeber allerdings hinnehmen - sein Buch verzettelt sich leider manches Mal im Detail – sprich zu speziellen Themen. Und leider bleibt auch ein fader Beigeschmack, wenn man sich vor Augen hält, dass einige Artikel schon vor längerer Zeit anderenorts veröffentlich worden sind. Kenntlich macht der Herausgeber dies freilich nicht - wer lässt sich schon gerne in sein Rezeptbuch schauen. Leidtragende sind die Kenner der Szene.
Den positiven Gesamteindruck des Buches schmälert dies aber kaum, denn mit Ausnahme des „kalten Kaffees“, sind die Beiträge zumeist sehr lesenswert.
Auch wenn die Artikel vielfach keinen direkten Bezug zu eigenen Problemen, Fragestellungen oder Interessen aufweisen, zumindest aus Laiensicht ist das Buch mit Sicherheit kein Fehlkauf, denn in und zwischen den Zeilen lässt sich viel Neues und Schmackhaftes entdecken.
|